Es wurde mit Sicherheit bereits viel über die Begrifflichkeiten und die Abgrenzung beider Begriffe geschrieben und diskutiert. Ich verwende auf diesem Blog beide Begriffe beiderseitig als Synonym und damit größtenteils bedeutungsgleich, weil mir „Graphic Novel“ manchmal zu sperrig klingt. Es gibt Leute, die den Begriff des „Graphic Novel“ ablehnen oder ihn gar für eine übertriebene Aufwertung des Comic halten. Ich sehe das nicht so und betrachte kein Genre oder keine Medienkategorie als inhärent schlecht oder gut. Jedes Medium bedient andere Motive und Zielgruppen, auch wenn es oft Schnittmengen gibt. Somit handelt es sich in meiner Wahrnehmung bei den Begrifflichkeiten um keine Wertung im herkömlichen Sinne.
Die Bezeichnung Graphic Novel in Abgrenzung zu dem, was ein Comic bietet, finde ich durchaus legitim: i.d.R. größerer Umfang, mehr Beschreibungen, mehr und/oder längere Dialoge, mehr Prosa, ohne klassische Prosa zu sein. Denn die Panels, in denen die Erzählung stattfindet, gibt es nach wie vor. Der narrative Strang oder die Sequenz entsteht aber nicht ausschließlich durch den Lesefluss entlang der Anordnungslogik der Panels, sondern darüber hinaus durch erzählende Elemente. Dies kann ein Erzähler sein, der entweder Teil der Diegese ist, also innerhalb der Storywelt existiert—z.B. eine beobachtende Figur oder der Protagonist—oder eben nicht in dieser Storywelt existiert.
Wie bei vielen Kategorien sind die Grenzen nicht immer trennscharf. Deshalb sollen solche Begriffe hier auch kein Streitthema sein, sondern in erster Linie der Kommunikation dienen.